Nationalsozialismus

Ernstes Thema, mir aber wichtig, weil eine scheinbar selbstverständliche Gedanken-, und Bewusstlosigkeit hier noch stärker als bei anderen Themen seine Pestilenz verbreitet. Denn um diese geschichtlichen Ereignisse hat sich eine Blende installiert, die Reflektion entgegenwirkt und Fanatismus fördert. Dabei mein ich vor allem jene die "dagegen" sind, die viel zu schnell ihren moralischen Stinkefinger erheben, statt sich einzugestehen das jeder einen Diktator in seiner Brust trägt und das es lediglich unsere bewusste Entscheidung solche Ereignisse vermeidet, unter welche Juden und viele andere beteiligte Menschen litten.

Wenn man ähnliches wirklich verhindern will, sollte man vor allem helfen den Menschen bewußt zu machen, wie die natürlich angeborene Ausrichtung auf Liebe und Mitgefühl so weit manipuliert werden kann, daß Millionen sich für Gewalt begeistern können, denn ein Hitler mit einigen Dutzend SS Offizieren hätten nicht vermocht was geschehen ist. Statt dessen wird das Thema mißbraucht um Menschen Schuldgefühle einzureden und Ängste zu schüren, die sich wieder in Gewalt entladen werden. Dabei sind gerade diese Geschehnisse großartige Entscheidungshilfen für Liebe und Frieden in allen Lebenslagen und können damit den Lebenden heute einen reichen Dienst tun.

Dies gefällt natürlich nicht jenen, die sich nach Schuldzuweisungen und pompösen Bedeutungen sehnen, als wenn die Dokumente und Zeugen nicht für sich selbst sprechen und eines Kommentares bedürfen. Die entscheidende Frage ist doch aber: soll dies Leid verlängert oder beendet werden? Soll es das zweite sein, ist dies eine Entscheidung für bedingungslose Liebe. Diese kennt keine Täter oder Opfer, links oder rechts, Deutsche oder Juden, sondern sucht nur den Mangel an Liebe auszugleichen um Leid durch Freude zu ersetzen. Alles weitere ist nachgeordnet.

Erst wenn diese Wahrheit verstanden ist, lohnt es sich auch erst mit dem Thema zu befassen, weil man vorher geistig in gut/böse Schemen und in einer Wut auf letztlich sich selbst gefangen bleibt. Natürlich gibt es auch eine gesunde Wut und eine antifaschistische Haltung die im besten Falle ein Ausdruck von Würde, Mut und Selbstwertgefühl ist, die jedem hilft der vor Hass und Feigheit flüchtet. Doch manch einer der sich selbst als so edel ansieht, brauch nur jemand auf den er schimpfen kann. Und auch wenn Politikern kaum noch ein Thema bleibt bei dem sie Zustimmung bekommen, fangen sie an gegen Neonazis zu wettern und viele sind sich vorschnell einig, dabei sind es oft die am meisten Vernachlässigten, die auch die meiste Hilfe bräuchten, die sie dadurch ausgrenzen. Bei so wenig Mitgefühl werde ich dann manchmal wütend.

Gerade wegen dieser demonstrativen Antihaltung, provoziert ja der Staat daß jene, die sich von ihm betrogen fühlen oder ihn ärgern wollen, mit der offensichtlichen Gegenseite sympathisieren. Wie sollen bloß die Kinder erwachsen werden wenn die Eltern selber noch in der Pubertät stecken? Und ich bin nicht nur für einen gelasseneren Umgang mit andersdenkenden Menschen, sondern auch für eine grenzenlose Meinungsfreiheit. Dies würde nicht nur eine Menge Druck aus dem Thema nehmen sondern es wären die Kräfte des Staates in der Jugendhilfe auch besser genutzt als in Rechtsstreitigkeiten zur Klärung was man sagen darf und was nicht.

Diese ist auch eine Art der gewaltsamen Vermeidung einer inhaltlichen Diskussion und im Prinzip auch nichts anderes als was in Deutschlands Gerichtshöfen nach 33 passierte. Das klingt jetzt natürlich stark reisserisch, aber ich meine ja das Prinzip. Denn Hand auf Herz: wer 20 Uhr in den Tagesthemen als Nazi geoutet wird, ist mehr als nur an einen mittelalterlichen Pranger gestellt. Egal wie höflich die Meldung formuliert war und wie freundlich die Sprecherin dreinschaut, steht dieser Mensch dann unter einer moralischen Reichsacht, sein Beruf ist gefährdet, seine Möglichekeiten in Vielem werden eingeschränkt.

Die gesellschaftliche Norm daß Intoleranz gegen vermeintliche Intoleranz tolerierbar ist, öffnet Tor für vielerlei Ungerechtigkeit, der wir unter entspannten Umgebung niemals zustimmen würden. Jede Gewalttat wird aus der Haltung aus der Not zu Handeln und schlimmeres zu Vermeiden getan. Und wie 45 wundern sich dann hinterher einige Menschen wie es so weit kommen konnte. Wie gesagt: wir mögen heute keine Gestapo mehr haben, aber das Prinzip ist das gleiche. Also laßt uns aus der Geschichte lernen und wirklich das Gegenteil von dem im dritten Reich praktizierten machen: völlige Meinungsfreiheit.

Aber noch wichtiger ist das jeder lernt, in sich die angesprochene entspannte Stimmung zu erzeugen, unabhängig vom äusseren Umfeld. Ein Schulfach wie bedingungslose Liebe oder Meditation wäre wesentlich wirksamer als das Verbot der Holocaustleugnung oder das Verbot des freien Gebrauchs des Hakenkreuzes, was letzlich nur Äusserlichkeiten sind. Wenn selbst Auschwitzüberlebende sich auf das Bitten Angehöriger germanischer Naturreligion bei Regierungen für den freien Gebrauch des Hakenkreuzes aussprachen, ist dies ein deutliches Zeichen, was dem dem Willen der Geqälten wirklich entspricht. Und statt der monströsen Mahnmale wie in Berlin sollte es besser auch schöne hoffnungspendende Gedenkmähler geben, die daran erinnern das jede Ungerechtigkeit endet und das es immer die Zuversicht und die Liebe waren, die sie überdauern halfen. Dies würde auch jedem der daran vorübergeht eine verständliche und stärkende Botschaft überbringen, die weit über "das war damals, mächtig schlimm, aber heute gibt es sowas ja nicht" hinausgeht.

"Wie verhalt ich mich in Gegenwart von Gewalt und Hass?" wird immer ein Thema sein und so brauchen wir nicht nur die eben vorgeschlagenen Schulfächer und ähnliche wie "Konfliktlösung" um die Kinder wirklich auf ein selbständiges Leben vorzubereiten, sondern auch auch eine entsprechende öffentliche Kultur die heilende Taten ehrt aber niemand verdammt. Selten genug werden heute in den Medien oder der Politik moralische Werte oder gar Liebe glaubhaft gefördert. Ist dann nicht lediglich strafen zu wollen reichlich einseitig? Nein und es reicht auch nicht zu sagen, daß ethische Erziehung allein Elternsache ist. Denn viele Eltern erlangten nie die nötige Reife weil ihre Eltern während der Erziehung genauso jung, verwirrt und verängstigt waren und sich diese Haltung dadurch ewig fortpflanzt. Es brauch einfach noch zusätzliche Möglichkeiten damit jeder Mensch wenigstens die Möglichkeit hat während seiner prägendsten Jahre mit reifen und ausgeglichenen Menschen in Kontakt zu kommen. In alten Kulturen übernahmen deswegen auch weise, meißt ältere Menschen die Erziehung.

Doch ich möchte hier nicht Nationalsozialismus nur mit Gewalt und geistiger Unreife gleichsetzen. Gewalt und Vorurteile können überall auftauchen wo es an Liebe mangelt und auch Nationalsozialisten können berechtigte Kritik am jetzigen System formulieren. Nationalsozialismus ist letzlich eine Idee darüber, wie man die Welt lebenswert gestalten kann in die ich mich hier nicht zu sehr inhaltliche vertiefen will sondern ich möchte hervorheben das diese Ideologie vor allem das Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen den Menschen eines Volkes anspricht was an sich eine gute Sache ist. Was Göbbels allerdings damals in Deutschland schürte, und was ebenso in vielen anderen Ländern geschürt wurde, war ein kleinliches angsterfülltes Konkurenzdenken zwischen den Völkern, ähnlich dem was heute auch wirtschaftliche Globalisierung genannt wird.

Es ist wichtig dies unterscheiden zu können, denn genau wie letzteres das Leben erniedrigt und Not erzeugt, so ist ersteres Lebensnotwendig. Ebenso wie wir Freunde und (Seelen-)Verwandte im kleinen Kreis für ein erfülltes Leben brauchen, ist es auch für ein gutes Leben notwenig, sich in grösseren Zusammenhängen zu begreifen und auch auf diesen geistigen Ebenen ein aktives Geben und Nehmen zu erfahren. Indigene Völker, in denen ein lebendiges Stammesbewusstsein gepflegt wird und die auch deswegen oft weit weniger Gewalt und Grausamkeit kennen als in unserer Kultur verbreitet ist, wie z.B. die Indianer Nordamerikas können hierfür ein gutes Vorbild sein, daß auch nicht dazu verführt, in verbreitete Vorurteile gegen kleingeistig verstandenen Nationalismus zu verfallen.

Damit meinte ich keineswegs das ebenso wichtige Bewusstsein darüber, daß wir alle Brüder und Schwestern sind, uns im Gegenüber erkennen und mit Achtung begegnen. Ich meinte grosse Mengen von Personen, die durch gemeinsame Interessen oder innere Ähnlichkeit ein Gruppenbewusstsein entwickeln. Eine sehr kraftvolle geistige Wesenheit, welche die Möglichkeiten seiner Mitglieder weit übersteigt und auch sehr große Aufgaben lösen kann. Ich bin mir sicher Hitler wußte darum und er erschuf es gezielt, wenn auch in einem Form, die die Individualität der Mitglieder unterdrückt und damit die Lebensgrundlage der Gruppe, was an sich schizophren ist aber das Ziel war ja Macht über Andere, nicht minder schizophren.

Das Wort Faschismus kommt ja vom lateinischen fasce dem Ährenbündel, das ja Symbol der italienischen Faschisten war und auf den Geist hinweist der viele verbindet. Aber die in dem Strohbündel versteckte Axt zeigt an, daß es in dieser Ausprägung nur um äussere Macht ging und damit gegen echte lebendige Macht. Daher ist es verständlich, daß nach '45 sich eine starke Gegenhaltung entwickelte aber es ist in unserem Interesse, starre Meinungsmuster in Liebe aufzulösen damit diese Wunde endlich heilen kann und bewusst wird, was verdrängt wurde.

Jede Ideologie ist nur ein Gedankengebilde das beinah mit beliebigen Gefühlen gefüllt werden kann. Ebenso wie Worte nur Klänge sind, denen jede Bedeutung zuweisen werden kann. Um hier wirklich vor Manipulationen sicher zu sein braucht es halt ein klares, natürlich gereiftes Bewusstsein, daß zwischen höherem Selbst (Seele) und Persönlichkeit, sowie auch zwischen Gefühlen und Gedanken unterscheiden kann. Dann kann man auch eine Worthülle und ihre Bedeutung auseinanderhalten und sich ausdauernd auf Inhalte fokussieren. Sonst kann passieren, was mich dazu brachte diesen Text zu schreiben. Nämlich das Menschen, während sie scheinbar für Meinungsfeiheit und Respekt gegenüber Andersdenkenden argumentieren, selber anmaßend und repektlos werden und gegenläufige Meinungen unterdrücken wollen.

<= Betrachtungen, ^ Eingang ^